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Einsatzmöglichkeiten von Freelancern im Unternehmen

Dass Unternehmen zunehmend auf Freelancer zurückgreifen, ist sicherlich kein Business- Insider mehr. Insbesondere Unternehmen, die mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz einnehmen und für junge Start-Ups gewinnt deren Arbeitskraft immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Fachwissen, Unabhängigkeit und Flexibilität. Woraus sich diese Faktoren im Einzelnen ergeben, wie freie Mitarbeiter eingebunden werden können und auf welchen Freelancer Plattformen diese zu finden sind, soll im Folgenden gezeigt werden.

Freelancer als Ergänzung zur Stammbelegschaft

Unternehmen geraten zunehmend unter Druck stets auf dem neuesten Stand zu sein um konkurrenzfähig zu bleiben. Sicherlich ist Innovationskraft auch in der eigenen Stammbelegschaft zu finden. Externe freie Mitarbeiter können jedoch mit ihrem jeweiligen Fachwissen und einer unabhängigen Perspektive eine positive Ergänzung sein. Hinzukommt die projektgebundene Flexibilität. Insbesondere bei Sonderprojekten, Neustrukturierungen oder personellen Vakanzen wie beispielsweise Elternzeitvertretungen, können Freelancer eine Hilfe sein.

Freie Mitarbeiter gibt es mittlerweile in vielen Arbeitsfeldern. Programmierer und Designer sind am häufigsten zu finden. Sie entwickeln beispielsweise unternehmensbezogene Programme, die interne Abläufe optimieren oder Applikationen, die die Kommunikation zum Kunden verbessert. Aber auch Übersetzer, Germanisten oder Juristen werden zunehmend als Freelancer tätig. Dabei beschränkt sich die Zusammenarbeit längst nicht auf Kleinstprojekte. Längerfristige Kooperationen, die teilweise über mehrere Monate andauern, sind ebenso möglich. Dies hängt vom Umfang und der Länge des jeweiligen Projekts ab.

Die Vorteile von freien Mitarbeitern

Einer der großen Vorteile für Unternehmen, ist das vielseitige Fachwissen, das Freelancer mitbringen. Bei ständig wechselnden Trends ist es eine passende Gelegenheit auf Arbeitskräfte zurückzugreifen, die über das nötige Knowhow im jeweiligen Innovationszyklus verfügen. Gleichzeitig können damit Kosten gespart werden. Das liegt zum einen daran, dass Freelancer sich auf unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte spezialisieren. Zum anderen stehen sie unter Druck sich weiterzubilden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein weiterer Punkt den freie Mitarbeiter Angestellten voraushaben, ist dass sie aus eigenem Antrieb möglichst effizient arbeiten. Effizient bedeutet nicht, dass die Arbeit qualitativ minderwertig ist. Im Gegenteil, sie sind auf Weiterempfehlungen angewiesen und insbesondere auf Freelancer Plattformen an einer positiven Bewertung interessiert, um sich für weitere Aufträge zu empfehlen. All diese Faktoren führen dazu, dass freie Mitarbeiter auf einen großen Erfahrungsschatz an Marktkenntnissen verfügen. Die zahlreichen verschiedenartigen Jobs führen nicht zuletzt dazu, dass sie sich professionell in Strukturen eindenken können, Probleme schnell erkennen und effizient lösen.

Für Freelancer bedeutet das Arbeitsfeld ebenfalls Unabhängigkeit und Flexibilität. Der Freiberufler kann frei entscheiden welche Jobs er annimmt und mit welchen Unternehmen er zusammenarbeitet. Während er arbeitet schaut ihm niemand auf die Finger und gibt ihm Anweisungen. Außerdem hat er keine festen Arbeitszeiten und kann sich Urlaub nehmen wann immer er möchte. Fachwissen und Erfahrung verbunden mit guten Leistungen können auch zu hohen Löhnen führen. Laut der Freelancer Plattform Twago, die Webdesigner und Programmierer vermittelt, liegt der durchschnittliche Stundenlohn für die von Twago vermittelten Freiberufler, bei 58 Euro. Das ist mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Auf der anderen Seite sind Freelancer jedoch nicht finanziell abgesichert. Bei einer Erkrankung zum Beispiel, die zu vorrübergehender Arbeitsunfähigkeit führt, würde kein Gehalt erwirtschaftet werden. Wollen sie auf dem neuesten Stand bleiben, müssen sie sich zudem ständig weiterbilden. Falls sie dafür eine Fortbildung benötigen, müssen sie die Kosten selbst tragen.

Freelancer Plattformen

Da die Anzahl von Freiberuflern stetig steigt, gibt es dementsprechend immer mehr Plattformen, die zwischen Unternehmen und Freelancer vermitteln. Das Geschäftsmodell startete durch mit der Plattform „Freelancer“, die Erfinder Matt Barrie zu einem der reichsten Australiern machte. Mittlerweile hat die Plattform mehrere Millionen Nutzer. Der durchschnittliche Stundenlohn leigt bei mehr als 15 Euro, was das Unternehmen insbesondere für freie Mitarbeiter in Entwicklungsländern, wie beispielsweise Indien lukrativ macht. Die bereits angesprochene Freelancer Plattform Twago, ist ebenfalls ein großer Vertreter dieses Geschäftsmodells. Hier haben Unternehmen eine Auswahl aus mehreren Tausend Programmierern, App Entwicklern, Designern, Übersetzern oder Textern. Nach eigenen Angaben ist es die größte paneuropäische Freelancer Plattform. Viele Anbieter konzentrieren sich auf bestimmte Arbeitsfelder. So zum Beispiel Gulp, welches freiberufliche IT Spezialisten vermittelt. Hinzukommen Webseiten, die kleinere Jobs ausschreiben. Auf WorkGenius zum Beispiel, können auch Studenten ihre Dienste anbieten, um sich was dazuzuverdienen. Unternehmen nutzen solche Freelancer Plattformen meist um Projekte, die mit wenig Aufwand verbunden sind, erledigen zu lassen. Andere Anbieter für Kleinstprojekte sind beispielsweise Fiverr oder Designenlassen. Wobei WorkGenius deutlich mehr Arbeitsfelder bedient.

In der Regel pflegen Freelancer ein Profil auf der jeweiligen Plattform, welches die Fachrichtung, Erfahrungen und Bewertungen von bisherigen Jobs enthält. Auftraggeber können dann einen geeigneten Freiberufler aussuchen. Andere Plattformen zeigen ausgeschriebene Projekte an und Freelancer können dann eines auswählen und ihr Ergebnis innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einreichen. Das Unternehmen kann dann entscheiden, ob es die Arbeit annimmt oder ablehnt. Ist der Auftraggeber mit dem Ergebnis einverstanden, gibt er eine Bewertung ab. Anspruchsvollere Jobs, mit entsprechender Vergütung können auch speziell für Freelancer eingestellt werden, die im Durchschnitt positiv bewertet wurden. Eine weitere Form ist die sogenannte Preisausschreibung. Ein Unternehmen stellt ein Projekt vor und freie Mitarbeiter können dazu ein Ergebnis einreichen. Die Arbeit, die dem Unternehmen am besten gefällt, gewinnt die Vergütung und eventuell eine längerfristige Zusammenarbeit.